BLICK-Leser Marcel Kuster (47) aus Uznach SG war letzten Sonntag schwer verärgert. Er wollte in die Ferien, der Flughafen Genf war sein erstes Etappenziel. Fast drei Stunden Zugfahrt ab Zürich. «Eine lange Zeit, gerade für mich als Raucher», findet Kuster. Sein Plan, um sich die lange Fahrt etwas angenehmer zu gestalten: ein Klassenwechsel. Schliesslich ist das mit dem GA gar nicht so teuer, dachte er sich. 

Doch dann musste er feststellen, dass man der SBB-App nicht auf den ersten Blick trauen darf. Denn: Hätte Kuster das gekauft, was er benötigt hätte, wäre er um 10 Franken abgezockt worden. So kostete der Klassenwechsel für sein GA 33 Franken. Für ein Sparbillett für die erste Klasse hätte er hingegen gerade einmal 23.30 Franken hinblättern müssen.

SBB geben Fehler zu

«Das sind unlogische Preise!», schimpft er. Grund für seine Empörung ist auch die Tatsache, dass das viel günstigere Sparbillett nicht auf den ersten Blick ersichtlich war. «Ich musste einen Klick mehr machen, damit mir das angezeigt wird», sagt Kuster.

SBB-Sprecher Christian Ginsig gibt sich einsichtig und erklärt: «Dabei handelt es sich schlicht um einen Fehler.» Hochkomplexe Algorithmen berechnen zu jeder Tageszeit und für jede Strecke mögliche Sparpreise. Bei mehreren Tausend Vergünstigungen am Tag könne es vorkommen, dass solch widersprüchliche Preise vorkommen.

Algorithmus macht günstige Preise

Zwar könne es durchaus vorkommen, dass man mit dem Sparbillett für die erste Klasse ein Schnäppchen machen kann. «Grund dafür ist die unterschiedliche Auslastung der Züge, insbesondere am Wochenende», erklärt Ginsig.

Wenn die zweite Klasse deutlich voller sei als die erste Klasse, dann könne ein Sparbillett für die erste Klasse sogar günstiger sein als ein normales Billett für die zweite Klasse. Den Fehler beim Klassenwechsel werde man jedoch beheben.