Das Grenzwachtkorps (GWK) wird förmlich überrannt – aber nicht von Flüchtlingen, sondern von junge Frauen und Männern, die Grenzwächter werden wollen. Wie Radio SRF heute berichtete, bewerben sich derzeit fast achtmal mehr Interessenten für die drei Jahre dauernde Ausbildung, als überhaupt aufgenommen werden können.

In diesem Jahr haben 1544 Kandidaten versucht, einen der 200 Ausbildungsplätze zu ergattern. Besonders gross war das Interesse in der Ostschweiz, wohingegen die Bewerbungen aus der Romandie rückläufig waren, wie GWK-Sprecher Attila Lardori sagt.

Viel Medienpräsenz

Lardori schränkt zudem ein: Zwar wurden zahlreiche Dossiers eingereicht, aber längst nicht alle genügten den Anforderungen. Kein Wunder, denn nur schon die formellen Hürden sind hoch: So braucht man einen Schweizerpass, muss eine mindestens dreijährige Berufsausbildung oder die Matura absolviert haben, darf höchstens 35 Jahre alt sein, muss sportlich sein, gut schwimmen können, darf weder zu schlecht sehen noch farbenblind sein und braucht einen Fahrausweis. Und ganz ungefährlich ist der Job auch nicht.

Doch warum dieses Interesse? Beim GWK sieht man den Grund dafür in der verstärkten Medienpräsenz der Grenzwächter im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise. «Im Moment ist es sicher so, dass die Bevölkerung umfangreicher über den Beruf informiert ist als noch vor einigen Jahren», so Lardori.

7600 Franken im Monat – plus Zulagen

Dass Grenzwächter wieder ein gefragter Beruf ist, dürfte aber auch mit dem Lohn zusammenhängen. Nachdem die Grenzwächter in eine höhere Lohnklasse eingestuft wurden, beträgt der Maximallohn heute knapp 7600 Franken im Monat, 500 Franken mehr als noch vor zwei Jahren. Dazu kommen noch Zulagen für Schicht-, Nacht- und Sonntagsdienst.

Einen Trost für alle, die in diesem Jahr abgewiesen wurden, gibt es: Vielleicht wird das GWK aufgestockt. Dazu sind verschiedene Vorstösse im Parlament hängig. t