Im kleinen Wikon LU ist es das grosse Thema. Das im Bau stehende Haus beim Bahnhof, das auf das alte Getreidesilo gehoben wird – damit darin bald eine ganze Familie wohnen kann.

Freuen sich auf ihr neues Zuhause: Sandra Noser (34) mit ihrem Ehemann Clemens (35) und den gemeinsamen Söhnen Ben (6, l.) und Kevin (5).   (Ralph Donghi)
1 / 12
Mitte September soll das 115-Tonnen-Stahlhaus aufs Silodach gehoben werden.   (Ralph Donghi)
2 / 12
Clemens Noser (35) im Rohbau seines Hauses, das jetzt noch neben dem Silo in Wikon LU steht.   (Ralph Donghi)
3 / 12
Auf 35 Meter Höhe ist die Aussicht atemberaubend. Hier in Richtung Zofingen AG / Oftringen AG.   (Ralph Donghi)
4 / 12
Clemens Noser (35) auf dem Dach des Silos, auf das schon bald sein neues Haus gesetzt wird.   (Ralph Donghi)
5 / 12
Noch ist das Haus im Rohbau. Doch schon bald folgt die Inneneinrichtung.   (Ralph Donghi)
6 / 12
Clemens Noser (35) legt auch selber Hand an und hilft bei den Arbeiten.   (Ralph Donghi)
7 / 12
Ein Teil des oberen Stocks, wo der Koch- und Essbereich, das Wohnzimmer sowie das Gäste-WC sein werden.   (Ralph Donghi)
8 / 12
Im unteren Stock kommen das Elternschlafzimmer, zwei Badezimmer und drei Kinderzimmer hin.   (Ralph Donghi)
9 / 12
Blick Richtung Brittnau AG, Strengelbach AG und der Jurakette (hinten).   (Ralph Donghi)
10 / 12
Blick in Richtung Luzern und die Alpen.   (Ralph Donghi)
11 / 12
Noch steht das Haus auf Stelzen neben dem Silo – doch schon bald soll es auf dessen Dach gehoben werden.   (Ralph Donghi)
12 / 12

«Stimmt», sagt Clemens Noser (35). «Wir werden dort in luftiger Höhe einziehen.» Wir, das sind der Bauherr, seine Frau Sandra (34) und die Söhne Kevin (5) und Ben (6). Im Moment wohnen sie noch in einer Fünfeinhalbzimmerwohnung im Dorf. Doch Ende Jahr wollen sie auf dem Silo einziehen.

Auf dem Weg zur Arbeit entdeckt

Wie kam es dazu? «Ich fahre seit Jahren auf dem Weg zur Arbeit am stillgelegten 28 Meter hohen Silo vorbei», sagt Schweissfachmann Noser. «Vor etwa sechs Jahren dachte ich mir, dort oben zu wohnen, wäre super!»

Gesagt, getan. Noser und seine Frau kaufen das Grundstück, samt Silo. Ihr Plan: Ein zweistöckiges Haus daraufzustellen. Das Ziel des Ehepaars: Aus der 160-Quadratmeter-Wohnung ausziehen und auf dem Silo auf weit über 200 Quadratmetern wohnen, verteilt auf sechseinhalb Zimmer.

Keine einzige Einsprache

Dafür muss das Paar erst einige Behördenhürden nehmen. «Es brauchte wegen des alten Silos, des Hauses und der Sicherheit viele Sonder- und Ausnahmebewilligungen», so Clemens Noser. «Das dauerte vier Jahre lang, doch am Ende hat alles geklappt. Es gab auch keine Einsprache.»

Und so konnte Anfang Jahr mit dem Bau des Stahlhauses und dem Silo-Umbau begonnen werden. «Beide Gebäude sind zwar noch im Rohbau, aber bereits weit fortgeschritten – inklusive Sicherheitsfenster. Wir dürfen auch schon bald die Inneneinrichtung auswählen», freut sich Noser. «Mitte September soll unser 115-Tonnen-Haus dann innert einer Stunde aufs Silo gehoben werden.» Wasser, Strom bis nach oben – kein Problem. Geheizt wird mit Wärmepumpe.

Drittes Kinderzimmer wird bereit sein

Ins Haus rauf kommt man über das Treppenhaus oder den bereits im Silo eingebauten Lift. «Im oberen Stock werden die Küche, der Essbereich, das Wohnzimmer und ein Gäste-WC sein», so Noser. Im unteren Stock liegen das Elternschlafzimmer, zwei Badezimmer, drei Kinderzimmer. Ist ein drittes Kind geplant? «Ja», schmunzelt Sandra Noser. Und ihre Buben? «Die freuen sich sehr auf ihr neues Zuhause.»

Das Highlight: Die begehbare Dachterrasse auf 35 Meter Höhe! Sie wird mit einem Glasgeländer umrahmt sein. Vom Verkehrslärm ist kaum etwas zu hören. Und: «Die Aussicht nach Luzern zu den Alpen und zur Jurakette ist atemberaubend», sagt Kauffrau Sandra Noser.

Und die Kosten? «Das können wir noch nicht genau sagen», sagen die Nosers. Klar: ein hoher Betrag. Das Haus und die Aussicht seien es aber wert. Der Einzug soll dann gebührend gefeiert werden. «Wir werden einen Tag der offenen Tür machen», verspricht Clemens Noser. Und warnt mit einem Grinsen: «Höhenangst darf dann aber niemand haben.»