Erneute Aggressionen gegen Polizisten. Letzten Samstag verletzten Schläger in der Krawallnacht von Zürich zwei Polizisten. Kein Einzelfall. Die Gewalt gegen Beamte ist allgegenwärtig.

Nicht nur in Zürich. Ein Handyvideo aus dem Kanton Luzern zeigt, wie zwei Männer zwei Polizisten filmen und verbal attackieren. Das Ganze mündet in üblen Beschimpfungen gegen die Beamten und deren Mütter.

Der Vorfall spielte sich am Mittwoch, 15. August, ab. Urs Wigger, Mediensprecher der Polizei Luzern, sagt zu BLICK: «Kurz vor Mittag wurde der Polizei gemeldet, dass eine Gruppe von neun Männern gegen das Feuerverbot verstosse.»

«Sie waren alkoholisiert»

Zwei Beamte rücken aus. Am Waldrand bei Eigenthal LU treffen sie auf die grillierenden Männer. Wigger gibt zu Protokoll: «Sie waren alkoholisiert, ihre Hemmschwelle war tief.» Die beiden Polizisten nehmen die Personalien des Feuerverursachers auf. «Gegen ihn wird Anzeige wegen Verstosses gegen das Feuerverbot erstattet.»

Die Polizisten wollen wegfahren. Eine erneute Diskussion entflammt. Per Handyvideo wird aufgenommen, Beschimpfungen fallen. Dennoch: Die Polizisten verzichteten auf eine Festnahme der Querulanten und liessen sich die Beleidigungen gefallen. Warum? Wigger: «Die polizeiliche Intervention und die Sachverhaltsaufnahme waren abgeschlossen. Die beiden Polizisten liessen sich nicht provozieren und verliessen den Ort – nicht zuletzt auch aus Gründen der Verhältnismässigkeit.»

Drohungen gegen die Polizei sind eine Konstante

Bei den beiden Männern im Video handle es sich um zwei Ausländer Anfang 20, so Wigger: «Der, der von vorne filmt, ist Deutscher. Der mit dem rosa Leibchen Kroate.»

Das Verfahren wegen Missachtung des Feuerverbots, der Anfeindungen und des Videos selbst sei noch am Laufen, so Wigger. Wegen welcher Delikte den Männern eine Anzeige drohe, sei noch offen. «Die Aufnahme stellt eine Persönlichkeitsverletzung dar. Es ist eine strafbare Handlung gegen den Geheim- oder Privatbereich», erklärt Wigger. Hinzu können Tatbestände wie «Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Hinderung einer Amtshandlung, Störung des Polizeidienstes und unanständiges Benehmen» kommen.

Wigger schockiert dieser Vorfall nicht. «Leider ist dies nicht selten Normalität. Ich bin seit 26 Jahren bei der Polizei. Schön wärs, wenns anders wäre. Gewalt und Drohungen gegen die Polizei sind eine Konstante.»