Im Leben von Walter Strebel (65) dreht sich alles um ein Thema: die Cowboys und Indianer Nordamerikas. Ohne Stetson geht der leidenschaftliche Wildwest-Fan nicht aus. Ob aus Biber- oder Bisonfell – der pensionierte Postbeamte besitzt Cowboyhüte in allen Varianten. Tausende Franken hat er für sein Hobby schon ausgegeben. «Die Hüte sehen einfach chic aus», findet er. Diese Meinung teilen nicht alle. Das musste der Luzerner im Burger-Restaurant Bahnhöfli erfahren, das mit dem Slogan wirbt, urbaner Treffpunkt für Menschen zu sein, die das Besondere lieben.

«Ich wollte mit meinem Kollegen nur ein Bier trinken», sagt Strebel. Doch statt zwei Stangen überbringt die Kellnerin die Botschaft, sie sollten das Lokal sofort verlassen. Als Strebel den Grund für den Rausschmiss erfährt, versteht er die Welt nicht mehr: «Wir mussten gehen, weil wir unsere Cowboyhüte aufhatten. Dabei waren da auch Leute mit Dächlikappen. Die durften bleiben.»

Der Vorfall liess ihm keine Ruhe. Um die Sache zu klären, kontaktierte er Restaurant-Chef Ivano Soraperra. Mit Erfolg: Als Entschuldigung lud er Strebel sogar zum Kaffee ein. Aber die vermeintlich versöhnliche Geste führt zu einem Missverständnis: «Ich dachte, ich dürfe den Hut bei meinem nächsten Besuch tragen.» Doch als er eine Woche später wieder ein Bier im Bahnhöfli will, wird er erneut gebeten, den Hut abzunehmen. Strebel gibt nach. Andere Gäste versuchten ihn davon abzubringen, doch der Wildwest-Fan blieb dem Frieden zuliebe oben ohne.

Trotzdem steht für Walter Strebel fest: «Der Laden ist für mich gestorben.» Kein Verlust für Restaurant-Chef Soraperra. Er steht zu seiner Abneigung gegenüber Hüten aus dem Wilden Westen: «Das ist keine normale Kopfbedeckung, sondern ein riesiger Cowboyhut. Es hat etwas mit Anstand zu tun, den drinnen abzunehmen. Wir sind keine Fasnachts-Hochburg im Monat Oktober.» Ausserdem seien Strebel und sein Kollege extrem laut gewesen: «Das führte dazu, dass andere Gäste das Restaurant wegen Lärmbelästigung verlassen haben.»

Davon will Strebel nichts wissen. «Mein Kollege hat nur darauf bestanden, den Hut aufzubehalten. Mehr nicht. Ich bin ein friedliebender Mensch.»

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