1. Dirty Dancing (1987)

   (Artisan Pictures)


«Dirty Dancing» ist schuld, dass in deinen Ferien immer irgendwo ein Paar existiert, das dich mit den Hebeübungen im Wasser nervt. Was nicht viele wissen: Als Johnny (Patrick Swayze) und Baby (Jennifer Grey) die Hebefigur im Wasser geübt haben, gab es keine Nahaufnahme davon, weil ihre Lippen blau anliefen. Der Film spielte zwar im Sommer, aufgenommen wurde aber im Herbst, als der Lake Lure in North Carolina bereits eiskalt war. Für die Tanzszene im Wald mussten die goldenen Herbstblätter sogar grün gespritzt werden.

2. Saturday Night Fever (1977)

   (Paramount)


Ein weiterer Tanz, mit dem wir immer wieder genervt werden. John Travolta selbst arbeitete hart für diese Szene. Er rannte jeden Tag drei Kilometer und tanzte drei Stunden, um in Form zu kommen. Er soll dabei zehn Kilo verloren haben. Sein Auftritt beim Bee-Gees-Song «You Should Be Dancing» war ihm dermassen wichtig, dass er gedroht hatte, aus dem Film auszusteigen, sollte es Nah- statt Ganzkörper-Aufnahmen davon geben. Als Lohn gab es für Travolta eine Oscar-Nominierung.

3. Grease (1978)

   (Paramount)


«Grease» hiess die Pomade, die die Männer sich im Film in die Haare strichen. Dank seines Erfolgs in Saturday Night Fever, konnte John Travolta Jeff Conaway, der Kenickie spielte, den Song «Greased Lightning» abluchsen. Der Tanzwettbewerb wurde in einer Schul-Turnhalle während der Sommerferien gedreht. Es gab weder eine Klimaanlage noch durften aufgrund der Lichtinstallation die Türen geöffnet werden. Einige Statisten mussten ersetzt werden, weil sie zusammenbrachen oder ihnen schlecht wurde.

4. Pulp Fiction (1994)

   (Capital Pictures)


Regissuer Quentin Tarantino musste Uma Thurman das Drehbuch durchs Telefon vorlesen, um sie davon zu überzeugen, Mia Wallace zu spielen. Die Tanzszene zu Chuck Berrys «You Never Can Tell» mit Vincent Vega (John Travolta) sei nicht für Travolta geschrieben worden, erklärte Tarantino später. Sie ist eine Anlehnung an Federico Fellinis «Achteinhalb» von 1963.

5. From Dusk Till Dawn (1996)

   (Dimension Films)


Noch nie wollten Männer so gerne Tequila trinken und dabei einen Fuss in den Mund gesteckt bekommen. Salma Hayek als Santanico Pandemonium hat mit ihrem Verführungstanz in Quention Tarantinos «From Dusk Till Dawn» einige hormongeladene Teenager - und Erwachsene - um den Verstand gebracht. Sie selbst hatte panische Angst vor Schlangen. Der Regisseur Robert Rodriguez hat sie glauben lassen, dass Madonna andernfalls die Rolle nehmen würde. Hayek soll daraufhin zwei Monate zum Therapeuten gegangen sein, um ihre Phobie loszuwerden.

6. Little Miss Sunshine (2006)

   (20th Century Fox)


Olive Hoover, gespielt von Abigail Breslin, möchte einmal an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Ihre Familie rechnet ihr keine grossen Chancen zu, fährt aber dennoch mit ihr quer durch die USA. Am Wettbewerb «Little Miss Sunshine» überrascht Olive mit einem lasziven Tanz zu Rick James' «Super Freak». Breslin wurde für ihre Nebenrolle für den Oscar nominiert. Während des Films trug sie einen «Fat Suit», um Olive eine pummelige Gestalt zu geben.

7. Flashdance (1983)

   (Paramount)


Der Tanzfilm basiert auf dem Leben von Maureen Marder, die 1982 einen Vertrag unterschrieb, der sie von allen Ansprüchen enthob. Im Gegenzug erhielt sie 2300 US-Dollar, wobei der Film 150 Millionen einnahm. Die Tanzkünste von Jennifer Beals, die die Hauptfigur Alex Owens spielte, waren zu schwach. Für die Schlussszene wurde Beals von einem Tanz-Double (Marine Jahan), einer Turnerin (Sharon Shapiro) und einem Breakdancer (Richard Colón, auch bekannt als Crazy Legs) unterstützt.

8. The Rocky Horror Picture Show (1975)

   (21th Century Fox)


Die Musical-Komödie «The Rocky Horror Picture Show» ist immer noch ein grosser Hit. Denn bei den Vorstellungen wird das Publikum miteinbezogen. So müssen sie bei bestimmten Dialogen reinrufen, Reis werfen, wenn das Paar aus der Kirche kommt, mit Wasserpistolen Regen simulieren und beim «Time Warp» mittanzen. Mitbringen zum Ereignis soll man Reis, Zeitungen, Wasserpistolen, Kerzen, Taschenlampen, Gummihandschuhe, Krachmacher, Konfetti, Toilettenpapier, Toast, Partyhüte, Glocken, Spielkarten, Hot Dogs und Pflaumen.

9. Billy Elliot (2000)

   (Universal)


Billy Elliot (Jamie Bell) kommt aus Durham, Nordengland und wächst in einer Arbeiterfamilie auf. Ein hartes Leben. Billys Vater schickt ihn zum Boxunterricht, doch der Junge will lieber tanzen und trainiert heimlich in einem Ballettkurs mit. Natürlich nicht, ohne dass es sein Vater herausfindet. Jamie Bell hat selbst Ballett- und Tanzunterricht genommen, als er in der Oberstufe war. Seine Erfahrungen mit Hänseleien konnte er so eindrücklich in den Film einbringen.

10. Das Dschungelbuch (1967)

   (Disney)


Die Lieder des Dschungelbuchs begleiten uns weit über unsere Kindheit hinaus. King Louie, der Mogli mit seinem «Ich wär so gern wie Du-u-uuu» einlullen möchte, um das Geheimnis des Feuermachens von ihm zu erfahren, ist nach Balus «Probiers mal mit Gemütlichkeit» die bekannteste Songeinlage. Im Original wäre für King Louies Stimme Louis Armstrong vorgesehen gewesen, weshalb es im Lied auch die Scat-Passagen gibt. Für diese Gesangsart war Armstrong berühmt. Schlussendlich wählte man dann aber den US-amerikanischen Sänger Louis Prima, weil man befürchtete, den König der Affen mit dem König des Jazz zu besetzen, wäre eine Beleidigung gegen Armstrong oder Afroamerikaner im Allgemeinen.

11. Lockere Geschäfte (1983)

   (Warner)


Joel Goodsens (Tom Cruise) Tanz zu «Old Time Rock & Roll» wurde immer wieder parodiert. Ein letzteres Beispiel ist die Werbung für das Videospiel «Guitar Hero» mit Heidi Klum. Cruise bekam nur die Anweisung, zu Rock-Musik zu tanzen. Die Darbietung hat er dann vollends improvisiert. Wirklich glücklich mit «Lockere Geschäfte» war der Brillenhersteller Ray-Ban. Die Verkäufe von ihrem Wayfarer-Model tümpelte vor sich hin, bis Goodsens sie im Film trug. Danach - und dank den Blues Brothers - verzeichnete Ray-Ban eine Umsatzsteigerung von 2000 Prozent.

12. Manche mögens heiss (1959)

   (Ashton Picture/Mirisch Company)


Jerry (Jack Lemmon) und Joe (Tony Curtis) spielen zwei Musiker auf der Flucht vor Killern. Um unbemerkt wegzukommen, verkleiden sie sich als Frauen. So überzeugend, dass der Millionär Osgood Fielding III. sich in Gerald, verkleidet als Daphne, verguckt. Beim gemeinsamen Tango bricht der Mann in Daphne immer wieder durch, in dem sie die Führung übernehmen will. Nach seiner Veröffentlichung wurde der Film in Kansas verboten. Das Crossdressing sei «zu verstörend» für die Bürger. Vom American Film Institute wurde der Film aber zur besten US-Komödie aller Zeiten gewählt.

13. Singing In The Rain (1952)

   (MGM)


Die berühmte Szene, in der Don Lockwood (Gene Kelly) im Regen sein Glück besingt, musste einen ganzen Tag lang vorbereitet werden. Kelly war bei der Aufnahme fiebrig und konnte kaum singen, biss aber auf die Zähne und schaffte den Auftritt in nur einer Aufnahme. Das meiste von «Singin In The Rain» hat er improvisiert. Nicht nur im Film hält Kelly nicht viel von seiner Partnerin Debbie Reynolds, die Kathy Selden spielt. Er brachte sie zum Weinen, als er ihr sagte, sie könne nicht tanzen. Dabei brachte Reynolds so viele Opfer für diese Rolle. Sie musste täglich um vier Uhr aufstehen, um rechtzeitig im Studio zu sein. Manchmal schlief sie auch am Set. Nach der Tanzeinlage bei «Good Morning» musste sie in ihre Umkleide getragen werden, weil Blutgefässe in ihren Füssen geplatzt waren. Ein paar Jahre später erzählte Reynolds, dass dieser Film und die Geburt ihrer Kinder die zwei schlimmsten Dinge waren, die sie je tun musste.