Wer hat diesen Auftritt nicht gesehen: Tränenüberströmt steht Schauspielerin Halle Berry (49) 2002 auf der Oscar-Bühne, schüttelt ungläubig den Kopf und bedankt sich 35 Mal dafür, dass sie die erste schwarze Gewinnerin eines Academy Awards sein darf. Doch mit den emotionalen Bühnenauftritten ist nun Schluss: Die Produzenten der Oscars 2016, Reginald Hudlin und David Hill, wollen die Namenslisten von der Bühne verbannen. Das berichtet der «Hollywood Reporter».

Namen flimmern über den Bildschirm

Demnach wolle die Academy an der diesjährigen Oscar-Verleihung am 28. Februar die berühmt-berüchtigten Dankesreden abschaffen – zum ersten Mal in der Geschichte der Verleihung.

Sätze wie «Ich möchte mich bedanken bei Gott, meinen Eltern und meinem Hund» werden die Zuschauer dieses Jahr also nicht zu hören bekommen. Stattdessen sollen die Namen nun – wie die Börsenkurse oder Breaking News bei den Nachrichten – über einen Bildschirm auf der Bühne laufen. Das bedeutet: Jeder Oscar-Anwärter muss vor der Show eine Liste mit den potenziellen Namen abgeben, bei denen er sich bedanken würde, wenn er denn gewinnt.

Limit: 45 Sekunden

Die Academy begründet den Entscheid mit Zeitmangel, denn pro Rede werden dieses Jahr nur 45 Sekunden eingerechnet. Damit wären die Oscar-Gewinner in der Vergangenheit nicht durchgekommen. Wie Halle Berry hielt auch Gwyneth Paltrow (43) im Jahr 1999 eine minutenlange Rede. Mit zittriger Stimme und unter Tränen bedankte sie sich bei ihrem Grosspapi und zahlreichen Lieben, die ihr zum Oscar verholfen haben. Am beharrlichsten war wohl Cuba Gooding Jr., der 1997 den Oscar für «Jerry Maguire – Spiel des Lebens» erhielt. Er bedankte sich trotz Zeitüberschreitung und – obwohl die Musik bereits eingesetzt hatte –munter weiter und schrie 15 Mal: «I love you!» Dafür bekam er gar Standing Ovations.

«Die Dankesreden waren meist zu Namenslisten geworden, die Zeit lief ab, bevor irgendetwas von Herzen über die Kunst, die Vision, die Erfahrung oder die Bedeutung des Momentes gesagt werden konnte», erklärte Hill am Montag beim Nominierten-Lunch in Los Angeles. Man müsse überlegen, wie man dies besser gestalten könne. (meg)