Zum Petkovic-Abtaucher nach der WM

«Ich teile Stéphanes Meinung. Klar hätte der Nati-Coach da hinstehen müssen. Aber ist er alleine schuld? Nein, natürlich nicht! Seine Bosse hätten ihm sagen müssen: ‹Steh hin. Kommuniziere.› In der Pflicht standen alle: Präsident Peter Gilliéron. Claudio Sulser, der Nati-Delegierte und direkte Vorgesetzte des Coaches. Und Kommunikationschef Marco von Ah. Die hätten mit Petkovic sogar minutiös besprechen müssen, was er sagt, wie er es sagt. Das war Bananen­republik-Kommunikation: Respektlos gegenüber Fans, Sponsoren und Journalisten.»

«Klar hätte der Nati-Coach da hinstehen müssen», meint Kubi.  (TOTO MARTI)

Zur Hymne

«Das sehe ich anders als Stéphane. Entscheidend ist, ob einer auf dem Platz alles gibt und das Dress mit dem Schweizer Kreuz nass schwitzt. Soll ich Ihnen mal sagen, wer auch nie gesungen hat? Rekordnationalspieler Heinz Hermann, Andy Egli, Marco Schällibaum, Marco Pascolo, Marcel Koller, Martin Andermatt, Yvan Quentin, Tinu Weber – und ich. Das sind nur ein paar, die mir spontan in den Sinn kommen.»

Nur wenige Nati-Stars singen die Schweizer Hymne mit.  (TOTO MARTI)

Muss Petkovic weg?

«Ich kenne Vlado ja schon sehr lange, vor allem aus seiner Zeit bei meinem Klub, bei Bellinzona. Er war immer der Typ Trainer, der die Antworten auf dem Feld geben wollte. Sein Verhalten ist also nicht neu. Als Nati-Coach geht das aber natürlich nicht. Doch das kann man lernen. Vlado muss sich radikal ändern, denn wie Stéph sagt: Dreissig Prozent ist die Arbeit auf dem Platz, siebzig alles andere. Und: Vlado darf nur noch strikt nach sportlichen Kriteriennominieren und nicht nach Namen. Dann spricht nichts dagegen, dass er bleibt.»

Nach der WM geriet Petkovic in die Kritik.  (REUTERS)

Doppeladler

«Dass die Spieler sich einfach über das hinwegsetzten, was 2014 abgemacht wurde, zeigt, wie schwach der Verband ist. Die Spieler sind ihren Chefs auf der Nase herumgetanzt. So gesehen ist es berechtigt, wenn Henchoz sagt, es sei katastrophal gewesen, wie das Serbien-Spiel angegangen wurde. Und wenn es schon unvermeidlich war, dass die den Doppeladler machen, dann hätte der Verband danach alle drei für ein Spiel sperren sollen. Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner wären gegen Schweden dann so etwas von geladen gewesen!»

Der Jubel einiger Nati-Stars an der WM führt zu Diskussionen.  (KEY)

Captain

«Yann Sommer. Es braucht einen, der die traditionelle Schweiz vertritt, wie Stéphane so schön sagt. Wenn man verhindern will, dass die Identität mit unserer Nati nicht noch weiter schwindet, darf Xhaka niemals Spielführer werden. Ein Beispiel: Ich habe mit Kumpels das Serbien-Spiel gesehen. Die sagten danach: ‹Okay, wir haben gewonnen. Gut.› Aber das sei nicht ein Sieg für die richtige Schweiz. Das ist doch eine Bankrotterklärung!»

Yann Sommer spielt seit 2012 für die Schweizer Nati.  (KEY)

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Schweizer Nati-Spiele 2018