Vier Millionen Euro zahlt der Premier-League-Klub Newcastle für Fabian Schär (26). Für diese Summe konnte der Innenverteidiger den spanischen Absteiger La Coruña verlassen. Nun bereitet er sich auf die Premier-League-Saison vor. Für den Nati-Verteidiger ist es nach Deutschland (Hoffenheim) und Spanien das dritte grosse Land, in dem er spielen darf.

BLICK: Fabian, Sie spielen neu für Newcastle. Ein Traditionsklub, der 1881 gegründet wurde. Wie erleichtert sind Sie, dass es geklappt hat?
Fabian Schär: Ich habe richtig Bock auf den Klub und die Fans. Auf die Stimmung im St. James’ Park vor 52'000 Fans, das soll der Wahnsinn sein. Ich spielte schon bei Olympia 2012 in diesem Stadion, aber ein Newcastle-Heimspiel ist eine andere Hausnummer.

Welche Newcastle-Legende kennen Sie?
Natürlich Alan Shearer, der Tor um Tor schoss.

Verstehen sich: Fabian Schär (l.) und Newcastle-Trainer Rafa Benitez.  (Getty Images)

Ihr Trainer ist eine Riesen-­Nummer. Rafael Benitez gewann mit Liverpool die Champions League und war auch schon Trainer von Real Madrid. Wie gab er sich in den Verhandlungen?
Er war ein wichtiger Grund, warum ich zu Newcastle gegangen bin. Er war sehr kommunikativ, hat mich oft angerufen und sich um mich bemüht.

Schon vor der WM?
Nein, das erste Mal danach. Ich spürte von Anfang an Wertschätzung. Selbst am Tag, als ich den Medizincheck durchlief, klingelte mein Handy und er fragte, ob er noch etwas für mich tun könne. Das ist ein sehr gutes Gefühl.

Sind Sie als Stammspieler vorgesehen?
Wir sind fünf Innenverteidiger für zwei Plätze. Mit dem Trainer ist abgesprochen, dass man mich behutsam aufbaut, ich habe wegen der WM auch noch ein wenig Trainingsrückstand. Ich weiss, dass Konkurrenz da ist, aber ich muss mich nicht verstecken.

Bitter: Mit La Coruna steigt Fabian Schär aus der Primera Division ab.  (AFP)

Reden Sie Spanisch mit Benitez?
Nein, Englisch. Obwohl ich mit meiner Spanischlehrerin aus La Coruña noch viel Kontakt habe. Sie ist wie eine Ersatzmama für mich geworden. Und die Sprache ist etwas, das ich für die Zukunft mitgenommen habe. Auch wenn der Abstieg sehr bitter war.

Sie hatten Heimweh in Galizien.
Ein wenig, ja. In Hoffenheim war es so, dass ich mich ins Auto setzen konnte und in ein paar Stunden in Wil bei meiner Familie war. In La Coruña war es schwieriger mit den Flügen. Aber ich will nicht jammern: Im Leben kann nicht alles perfekt sein. Wir haben ein gutes und schönes Leben als Fussballer.

Haben Sie die WM schon verdaut?
Langsam, ja. Die neuen Ziele mit Newcastle helfen mir.

Sie sahen gegen Costa Rica Gelb und waren im Achtelfinal gegen Schweden gesperrt. Sie wirkten den Tränen nah.
Ja, ich war am Boden zerstört. Es hat mir sehr wehgetan, es war die bitterste Karte meiner Karriere.

Wie war es, das Spiel von der Tribüne ansehen zu müssen?
Es waren die schlimmsten 90 Minuten meines Lebens. Du siehst, dass es nicht läuft, sitzt einfach da und kannst nichts tun. Machtlos und nervös. Es ist einfacher, auf dem Platz zu stehen. Es war ein sehr enttäuschendes Spiel, wir haben nicht abgerufen, was wir können. Dass wir so eine Chance mit solch einer schwachen Leistung verpassen, ist extrem bitter.

Die Doppeladler-Affäre hat Fabian Schär nicht besonders beschäftigt.  (Keystone)

Wie empfanden Sie den Doppeladler-Jubel im Serbien-Spiel?
Im Moment des Jubels habe ich mir noch nicht viel gedacht, emotional war ich im siebten Himmel nach dem Tor in der 90. Minute. Mich persönlich hat das Thema nicht so beschäftigt, aber es gibt Leute, die das ausdiskutieren müssen, klar.

Generalsekretär Alex Miescher regte die Diskussion an, mittelfristig keine Doppelbürger mehr in der Nati einzusetzen. Und Granit Xhaka kritisierte ihn dann dafür. Das ist ein massiver Bruch zwischen Spielern und Schweizer Fussballverband.
Es ist schade, wenn zwei Fronten entstehen, das können wir nicht gebrauchen. Am Ende sind wir alle Spieler der Nationalmannschaft, die Vollgas für dieses Land geben. Das hätte man sicher anders regeln können.

Wie bekommt man diesen Bruch wieder gekittet?
Es braucht beim nächsten Zusammenzug sicher einige Gespräche und auch Aussprachen mit den entsprechenden Leuten. Man muss das Thema aus der Welt schaffen und es endgültig begraben. Damit wir alle gemeinsam wieder vorwärtsschauen können.

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Premier League 2018/19

Freitag, 10. August
Manchester United – Leicester

Samstag, 11. August
Newcastle – Tottenham (13.30 Uhr)
Bournemouth – Cardiff (16.00 Uhr)
Fulham – Palace (16.00 Uhr)
Huddersfield – Chelsea (16.00 Uhr)
Watford – Brighton and Hove (16.00 Uhr)
Wolverhampton – Everton (18.30 Uhr)

Sonntag, 12. August
Liverpool – West Ham (14.30 Uhr)
Southampton – Burnley (14.30 Uhr)
Arsenal – Manchester City (17.00 Uhr)

Meisterschaftsstart in Europas Top-Ligen
Premier League: 10. August
Ligue 1: 10. August
La Liga: 17. August
Serie A: 18. August
Bundesliga: 24. August